Wer seine digitale Spielesammlung auf mehreren PS5-Konsolen nutzen möchte, stolpert früher oder später über die Primärkonsolen-Einstellung von Sony. Ohne die richtige Konfiguration verwandeln sich heruntergeladene Spiele auf der zweiten PlayStation 5 in nutzlose Datenpakete, sobald die Internetverbindung abbricht. Das PlayStation Network unterscheidet zwischen primären und sekundären Konsolen – und wer hier Fehler macht, zahlt den Preis mit frustrierenden Fehlermeldungen und gesperrten Inhalten.
Das Primärkonsolen-Prinzip: Warum Sony zwischen Haupt- und Nebenkonsole unterscheidet
Sony erlaubt es grundsätzlich, denselben PlayStation Network Account auf beliebig vielen PS5-Konsolen zu verwenden. Das klingt zunächst großzügig, doch der Teufel steckt im Detail. Von all diesen Konsolen kann nur eine einzige als Primärkonsole festgelegt werden. Diese Unterscheidung hat massive Auswirkungen darauf, wer wann welche Spiele spielen kann.
Auf der Primärkonsole genießt euer Account weitreichende Privilegien: Alle Nutzer dieser Konsole können auf eure digital erworbenen Spiele zugreifen, auch wenn sie mit ihren eigenen Accounts angemeldet sind. Außerdem funktionieren alle Spiele auch offline – die Konsole muss nicht ständig überprüfen, ob ihr wirklich der rechtmäßige Besitzer seid.
Auf allen anderen Konsolen, den sogenannten Sekundärkonsolen, gelten deutlich strengere Regeln. Hier könnt nur ihr selbst – und zwar ausschließlich ihr – auf eure digitalen Inhalte zugreifen. Noch problematischer: Die Konsole muss regelmäßig eine Online-Verbindung zu den PlayStation-Servern aufbauen, um eure Lizenzen zu verifizieren. Kein Internet? Kein Spielvergnügen.
Der klassische Fehler: Zwei Konsolen ohne durchdachte Strategie
Die typische Problemsituation entsteht etwa so: Ihr habt eine PS5 im Wohnzimmer stehen und kauft euch eine zweite für das Schlafzimmer oder Arbeitszimmer. Oder ihr teilt euch mit eurem Partner oder Mitbewohner eine Spielesammlung über zwei getrennte Konsolen. Voller Vorfreude meldet ihr euch mit eurem Account auf beiden Geräten an und ladet eure Spiele herunter.
Anfangs scheint alles zu funktionieren – solange beide Konsolen mit dem Internet verbunden sind. Doch dann kommt der Moment der Wahrheit: Der Router fällt aus, das WLAN spinnt, oder ihr wollt unterwegs auf einer Konsole spielen, die gerade keine Internetverbindung hat. Plötzlich verweigert die Sekundärkonsole den Dienst mit kryptischen Fehlermeldungen wie „Diese Inhalte können nicht genutzt werden“ oder „Lizenz kann nicht verifiziert werden“.
Noch ärgerlicher wird es in Haushalten mit mehreren Nutzern. Eure Partnerin oder euer Mitbewohner möchte mit dem eigenen Account eines eurer Spiele spielen? Auf der Sekundärkonsole unmöglich – selbst wenn ihr beide gleichzeitig am selben Ort seid und die Konsole mit dem Internet verbunden ist.
So konfiguriert ihr die Primärkonsole richtig
Die Lösung liegt in der strategisch klugen Festlegung eurer Primärkonsole. Doch zunächst eine wichtige Information: Wenn ihr euch zum ersten Mal mit eurem Account auf einer PS5 anmeldet, wird die Konsolenfreigabe und Offline-Spiel-Funktion automatisch aktiviert. Diese Konsole wird also automatisch zur Primärkonsole. Das funktioniert problemlos, solange ihr nur eine PS5 besitzt. Problematisch wird es erst, wenn eine zweite Konsole ins Spiel kommt.
Der Prozess zum manuellen Ändern ist denkbar einfach: Geht in die Einstellungen eurer PS5, wählt Benutzer und Konten, dann Andere und schließlich Konsolenfreigabe und Offline-Spiel. Dort könnt ihr die aktuelle Konsole als eure primäre Konsole aktivieren oder deaktivieren.

Die entscheidende Frage lautet aber: Welche Konsole sollte die Primärkonsole sein? Hier müsst ihr strategisch denken. Als Faustregel gilt: Die Konsole, die von mehreren Personen genutzt wird oder häufiger offline betrieben wird, sollte die Primärkonsole sein.
Ein Praxisbeispiel: Ihr habt eine PS5 im Wohnzimmer, die die ganze Familie nutzt, und eine zweite im Arbeitszimmer, die ausschließlich ihr verwendet. In diesem Fall sollte die Wohnzimmer-Konsole eure Primärkonsole sein. Dadurch können alle Familienmitglieder mit ihren eigenen Accounts auf eure Spielebibliothek zugreifen. Ihr selbst könnt auf der Arbeitszimmer-Konsole problemlos spielen, solange eine Internetverbindung besteht – was in einem fest installierten Heimnetzwerk normalerweise kein Problem darstellt.
Wechsel der Primärkonsole: Wichtige Einschränkungen beachten
Sony erlaubt euch, die Primärkonsolen-Einstellung direkt über eure Konsole zu ändern. Ihr müsst lediglich auf der bisherigen Primärkonsole die Funktion deaktivieren, bevor ihr sie auf einer anderen Konsole aktivieren könnt. Plant den Wechsel also sorgfältig und überlegt euch gut, welche Konsole langfristig die bessere Wahl als Primärgerät ist.
PlayStation Plus und die Primärkonsolen-Einstellung
Ein oft übersehener Aspekt betrifft PlayStation Plus. Die Vorteile eures Abonnements – Online-Multiplayer, monatliche Gratisspiele und Cloud-Speicher – verhalten sich ähnlich wie digitale Spiellizenzen. Auf eurer Primärkonsole können alle Nutzer vom Online-Multiplayer profitieren, selbst wenn nur ihr ein PS Plus-Abo habt. Auf Sekundärkonsolen ist dieser Vorteil auf euren Account beschränkt.
Für Familien mit mehreren Spielern ist dies ein weiterer Grund, die gemeinsam genutzte Konsole als Primärgerät zu konfigurieren – so spart ihr euch zusätzliche Abonnements für andere Familienmitglieder.
Praktische Tipps für den Alltag mit mehreren Konsolen
Wenn ihr regelmäßig zwischen zwei Konsolen wechselt, solltet ihr einige Gewohnheiten entwickeln, um Frustrationen zu vermeiden. Stellt sicher, dass eure Sekundärkonsole immer eine stabile Internetverbindung hat. Aktiviert die automatische Anmeldung bei eurem Account, damit die Lizenzprüfung beim Spielstart reibungslos funktioniert.
Nutzt die Cloud-Speicherfunktion von PlayStation Plus konsequent, um Spielstände zwischen beiden Konsolen zu synchronisieren. Nichts ist ärgerlicher, als auf der zweiten Konsole festzustellen, dass der Spielfortschritt von gestern Abend fehlt.
Bei temporären Internetausfällen auf der Sekundärkonsole hilft übrigens manchmal ein Trick: Aktiviert den Offline-Modus eures Smartphones und nutzt es als WLAN-Hotspot. Die PS5 benötigt nur eine kurze Verbindung für die Lizenzprüfung – danach könnt ihr die Verbindung wieder trennen und für einige Stunden offline weiterspielen, bevor die nächste Verifizierung fällig wird.
Die richtige Konfiguration der Primärkonsolen-Einstellung entscheidet darüber, ob die Nutzung mehrerer PS5-Konsolen zur komfortablen Lösung oder zum ständigen Ärgernis wird. Nehmt euch die Zeit, eure Nutzungsszenarien durchzudenken und die Einstellungen entsprechend anzupassen. Die wenigen Minuten Aufwand ersparen euch Stunden der Frustration und machen eure digitale Spielesammlung wirklich auf allen Geräten nutzbar – mit den Einschränkungen, die Sony vorgibt, aber ohne vermeidbare Stolpersteine.
Inhaltsverzeichnis
