Während in Europa der Januar oft grau und kalt daherkommt, bietet sich auf der anderen Seite des Atlantiks eine faszinierende Gelegenheit: Quito, die höchstgelegene Hauptstadt der Welt, zeigt sich genau in diesem Monat von ihrer besten Seite. Eingebettet in ein Hochlandtal auf 2.850 Metern Höhe, umgeben von schneebedeckten Vulkanen und durchzogen von kolonialer Pracht, ist diese ecuadorianische Metropole ein Geheimtipp für Paare, die ein außergewöhnliches Wochenende erleben möchten – und das ohne das Reisebudget zu sprengen.
Warum Quito im Januar perfekt für euer Wochenende ist
Der Januar markiert in Quito den Beginn der Trockenzeit, was bedeutet, dass ihr mit angenehmen Temperaturen um die 20 Grad tagsüber und klarem Himmel rechnen könnt. Die Regenwahrscheinlichkeit sinkt deutlich, und die Sicht auf die umliegenden Vulkane wie den majestätischen Cotopaxi ist einfach atemberaubend. Für ein verlängertes Wochenende bietet die Stadt genau die richtige Mischung aus kulturellen Schätzen, romantischen Momenten und abenteuerlichen Ausflügen – alles in kompakter Form und zu erschwinglichen Preisen.
Die Altstadt: Ein UNESCO-Weltkulturerbe zum Verlieben
Das historische Zentrum von Quito ist ein lebendiges Museum unter freiem Himmel. Kopfsteinpflasterstraßen schlängeln sich vorbei an Kirchen mit goldverzierten Innenräumen, pastellfarbenen Kolonialbauten und belebten Plätzen, auf denen das lokale Leben pulsiert. Beginnt euren Rundgang am Plaza Grande, dem Hauptplatz, wo ihr den Präsidentenpalast bewundern könnt. Von dort aus sind es nur wenige Schritte zur Kirche La Compañía, deren Innenraum mit geschätzten sieben Tonnen Blattgold verziert wurde – ein überwältigender Anblick, der Besucher sprachlos macht.
Der Eintritt in die meisten Kirchen kostet zwischen 2 und 4 Euro, und viele bieten Kombitickets an, die mehrere Sehenswürdigkeiten abdecken. Plant etwa einen halben Tag für die Altstadt ein und lasst euch treiben. Die romantischsten Momente entstehen oft in den versteckten Innenhöfen und auf den kleinen Plazas abseits der Hauptrouten.
Der Panecillo: Aussicht mit Weitblick
Für einen Panoramablick über die gesamte Stadt solltet ihr den Hügel El Panecillo erklimmen. Die riesige Marienstatue thront über Quito und bietet einen 360-Grad-Blick über die Altstadt, die moderne Neustadt und die umliegenden Vulkane. Ein Taxi dorthin kostet etwa 3 bis 5 Euro – eine lohnenswerte Investition, besonders zum Sonnenuntergang, wenn die Stadt in goldenes Licht getaucht wird.
Kulinarische Entdeckungen ohne Luxuspreise
Ecuador überrascht mit einer vielfältigen Küche, die weit mehr bietet als man zunächst vermuten würde. In den Mercados, den traditionellen Märkten, könnt ihr authentische Gerichte zu unschlagbaren Preisen probieren. Ein komplettes Mittagsmenü mit Suppe, Hauptgericht und Saft kostet in den lokalen Essständen oft nicht mehr als 2,50 bis 4 Euro pro Person.
Probiert unbedingt Locro de Papa, eine cremige Kartoffelsuppe mit Avocado und Käse, oder Hornado, langsam gebratenes Schweinefleisch mit Kartoffelpuffern. Für Naschkatzen ist Quito ein Paradies: Probiert die traditionellen Süßigkeiten auf dem Markt oder gönnt euch heiße Schokolade mit Käse – eine ungewöhnliche, aber typisch ecuadorianische Kombination, die überraschend gut funktioniert.
Im Stadtteil La Mariscal findet ihr zahlreiche kleine Cafés und Restaurants, die moderne ecuadorianische Küche servieren. Hier zahlt ihr für ein Abendessen zu zweit mit lokalem Bier etwa 15 bis 25 Euro – deutlich weniger als in europäischen Hauptstädten bei vergleichbarer Qualität.
Romantische Momente in der Neustadt
Während die Altstadt Geschichte atmet, pulsiert in der Neustadt das moderne Leben Quitos. Der Parque La Carolina ist besonders am Wochenende ein beliebter Treffpunkt. Hier könnt ihr Straßenmusikern lauschen, Menschen beim Fußballspielen zusehen oder einfach auf einer Parkbank die Atmosphäre genießen. In der Umgebung gibt es zahlreiche kleine Kunsthandwerksläden und Galerien, perfekt für die Suche nach einem besonderen Souvenir.

Ein Geheimtipp für Paare ist das Guápulo-Viertel, das sich an einem steilen Hang östlich der Stadt schmiegt. Die kleine koloniale Kirche, enge Gassen mit bunten Häusern und einige gemütliche Lokale schaffen eine intime Atmosphäre. Der Spaziergang dorthin führt über einen Pfad mit herrlichen Ausblicken – plant etwa 30 Minuten bergab ein.
Ausflug zum Äquator und darüber hinaus
Quito liegt nur etwa 25 Kilometer vom Äquator entfernt, und ein Besuch des Mitad del Mundo-Denkmals gehört für viele zum Pflichtprogramm. Auch wenn die offizielle Markierung aufgrund moderner GPS-Messungen nicht exakt auf dem Nullgrad liegt, ist es dennoch ein symbolträchtiger Ort. Die Anfahrt mit öffentlichen Bussen kostet weniger als einen Euro pro Person und dauert etwa eine Stunde.
Für abenteuerlustige Paare bietet sich ein Ausflug zum Vulkan Cotopaxi an. Obwohl ein Wochenende knapp bemessen ist, lässt sich ein Tagesausflug organisieren. Öffentliche Busse fahren bis zum nahegelegenen Dorf, von wo aus ihr euch einem Sammeltransport anschließen könnt. Die Landschaft ist spektakulär: endlose Páramo-Hochebenen, wilde Pferde und die schneebedeckte Spitze des Vulkans, der sich majestätisch über allem erhebt.
Fortbewegung: Einfach und günstig
Quito verfügt über ein effizientes Bussystem namens Metrobús und ein neues U-Bahn-System, das 2023 eröffnet wurde. Eine Fahrt kostet etwa 0,35 Euro, und mit diesen öffentlichen Verkehrsmitteln kommt ihr fast überall hin. Für kürzere Strecken oder abends sind Taxis eine bequeme Alternative – nutzt Apps, um faire Preise zu garantieren. Die meisten Fahrten innerhalb der Stadt kosten zwischen 2 und 5 Euro.
Die Altstadt ist am besten zu Fuß zu erkunden, aber bedenkt die Höhe: Nehmt es langsam, trinkt viel Wasser und gönnt euch Pausen. Die Höhenkrankheit kann selbst fitte Reisende überraschen, besonders in den ersten Stunden nach der Ankunft.
Übernachten ohne Vermögen auszugeben
In Quito findet ihr ein breites Spektrum an Unterkünften. Für Paare empfehlen sich kleine Boutique-Pensionen in der Altstadt oder im hippen Viertel La Floresta. Hier bekommt ihr charmante Zimmer mit kolonialem Flair für 25 bis 45 Euro pro Nacht. Viele dieser Unterkünfte bieten Frühstück und persönliche Empfehlungen der Gastgeber – unbezahlbar für authentische Erlebnisse.
Wer es noch günstiger mag, findet saubere und sichere Zimmer in einfacheren Pensionen bereits ab 15 Euro pro Nacht. Achtet auf Unterkünfte mit Heizung oder ausreichend Decken – die Nächte können in dieser Höhe kühl werden, auch im Januar.
Praktische Hinweise für euer Wochenende
Packt Kleidung im Zwiebelprinzip ein. Während die Tage warm sind, können die Abende frisch werden. Eine leichte Jacke ist unverzichtbar. Sonnenschutz ist wegen der Höhenlage besonders wichtig – die UV-Strahlung ist hier deutlich intensiver als auf Meereshöhe.
Geldautomaten findet ihr überall in der Stadt, aber es ist ratsam, immer etwas Bargeld dabeizuhaben, da kleine Läden und Märkte oft keine Karten akzeptieren. Ecuador verwendet den US-Dollar als offizielle Währung, was die Umrechnung für Europäer einfacher macht.
Die Sicherheit hat sich in den touristischen Vierteln verbessert, dennoch gilt: Wertsachen im Hotel lassen, in überfüllten Bereichen aufmerksam sein und abends Taxis nutzen statt zu Fuß zu gehen. Mit gesundem Menschenverstand habt ihr nichts zu befürchten.
Quito im Januar bietet die perfekte Kulisse für ein unvergessliches Wochenende zu zweit. Die Mischung aus Kultur, Natur und authentischen Begegnungen schafft Erinnerungen, die noch lange nachwirken – und euer Geldbeutel wird es euch danken. Die Stadt beweist eindrucksvoll, dass außergewöhnliche Reiseerlebnisse nicht teuer sein müssen, wenn man bereit ist, sich auf das lokale Leben einzulassen und abseits ausgetretener Pfade zu wandern.
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