Spotify ist weit mehr als nur eine Plattform zum Musikstreaming – die App versteckt nämlich ein mächtiges Werkzeug, das den Klang dramatisch verbessern kann. Die meisten Nutzer hören ihre Lieblingsmusik einfach ab und wissen gar nicht, dass der integrierte Equalizer existiert. Diese Funktion ist alles andere als offensichtlich platziert, fast so, als wollte Spotify sie vor den Augen der durchschnittlichen Hörer verstecken. Dabei kann sie den Unterschied zwischen flachem Sound und kristallklarem Audio-Genuss bedeuten.
So findest du den versteckten Equalizer auf Android
Auf Android-Geräten gestaltet sich der Zugriff auf den Equalizer überraschend direkt, sobald man weiß, wo man suchen muss. Öffne zunächst die Spotify-App und navigiere über das Haus-Symbol unten links zur Kategorie Start. Tippe auf das Zahnrad-Symbol oben rechts, um in die Einstellungen zu gelangen. Scrolle nun herunter zum Bereich Audioqualität – hier findest du die Option Equalizer.
Wichtig zu wissen: Bei Android-Geräten wirst du zu den systemeigenen Audio-Einstellungen weitergeleitet. Das ist völlig normal und hängt vom Hersteller deines Smartphones ab. Samsung, Huawei und andere Marken haben oft ihre eigenen Audio-Optimierungswerkzeuge, die sich dann öffnen. Diese funktionieren genauso gut und bieten dir die Möglichkeit, den Klang nach deinen Vorstellungen anzupassen.
Der Weg zum Equalizer auf iOS-Geräten
iPhone-Nutzer müssen einen ähnlichen Pfad einschlagen. Öffne die Spotify-App und navigiere zum Zahnrad-Symbol für die Einstellungen oben rechts. Scrolle nach unten bis zur Sektion Wiedergabe. Hier versteckt sich die Option Equalizer, die du antippen kannst. Anders als bei Android verfügt Spotify auf iOS über einen integrierten Equalizer direkt in der App.
Der iOS-Equalizer bietet verschiedene vordefinierte Presets wie Rock, Pop, Hip-Hop oder Elektronik, die für unterschiedliche Musikgenres optimiert sind. Dazu kommen Einstellungen für Live-Musik und gesprochene Inhalte wie Podcasts. Experimentiere ruhig damit – jedes Preset verändert das Klangbild spürbar.
Equalizer richtig einstellen: Die Geheimnisse der Frequenzbänder
Ein Equalizer zu haben ist eine Sache – ihn richtig zu nutzen eine ganz andere. Die meisten Menschen schieben wild an den Reglern herum, ohne zu verstehen, was die einzelnen Frequenzbänder eigentlich bewirken. Die niedrigen Frequenzen zwischen 60 und 250 Hz sind für Bass und Wärme verantwortlich, können den Sound aber schnell dumpf und matschig machen, wenn man übertreibt. Die mittleren Frequenzen von 400 bis 2500 Hz beherbergen Gesang und die meisten Instrumente – hier gilt besondere Vorsicht, denn Übertreibungen klingen schnell blechern. Die hohen Frequenzen zwischen 4000 und 16000 Hz sorgen für Brillanz und Details, können aber ermüdend wirken oder sogar schmerzen, wenn sie zu stark angehoben werden.

Ein Profi-Tipp: Weniger ist oft mehr. Statt Frequenzen drastisch anzuheben, versuche störende Bereiche leicht abzusenken. Das klingt natürlicher und schont deine Ohren auf lange Sicht.
Audioqualität auf Sehr hoch stellen – ein absolutes Muss
Der Equalizer allein macht noch keinen perfekten Sound. Die Grundlage bildet die Audioqualität, die Spotify streamt. Standardmäßig ist die App auf Automatisch eingestellt, was bedeutet, dass sie die Qualität je nach Verbindung anpasst. Das spart zwar mobile Daten, aber der Klang leidet erheblich.
Gehe in die Einstellungen und suche nach Audioqualität. Hier findest du separate Optionen für WLAN und mobile Daten. Stelle beide auf Sehr hoch – das entspricht etwa 320 kbps bei Spotify Premium. Der Unterschied ist vor allem bei guten Kopfhörern oder Lautsprechern hörbar. Basslinien klingen definierter, Gesang präsenter und das gesamte Klangbild wirkt räumlicher.
Ja, das verbraucht mehr Datenvolumen. Aber wenn du ohnehin eine Flatrate hast oder hauptsächlich über WLAN hörst, gibt es keinen Grund, auf diese Klangqualität zu verzichten.
Externe Equalizer-Apps für maximale Kontrolle
Wenn dir die bordeigenen Möglichkeiten nicht ausreichen, gibt es systemweite Equalizer-Apps, die noch mehr Kontrolle bieten. Für Android empfiehlt sich Wavelet – eine kostenlose App mit deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als der Standard-Equalizer. Als Alternative gibt es auch ViPER4Android, das ebenfalls umfangreiche Anpassungen ermöglicht.
Diese Apps funktionieren über alle Audio-Ausgaben deines Smartphones und nicht nur in Spotify. Der Nachteil: Sie können im Hintergrund zusätzlich Akku verbrauchen und in seltenen Fällen zu Audio-Verzögerungen führen. Trotzdem lohnt sich der Versuch für alle, die wirklich das Maximum aus ihrem Klang herausholen wollen.
Der ultimative Sound-Check
Nach all diesen Optimierungen solltest du deine Einstellungen testen. Wähle einen Song, den du in- und auswendig kennst – am besten ein gut produziertes Stück mit verschiedenen Instrumenten und Gesang. Die Beatles mit Come Together, Daft Punk mit Get Lucky oder Billie Eilish mit bad guy eignen sich hervorragend als Referenz.
Höre den Track zunächst mit deinen alten Einstellungen, dann mit den neuen. Der Unterschied sollte sofort hörbar sein: mehr Tiefe im Bass, klarere Höhen, präsentere Vocals und insgesamt ein ausgewogeneres Klangbild. Falls etwas unnatürlich klingt, justiere die Equalizer-Einstellungen nach – jeder Kopfhörer und jedes Ohr ist anders.
Diese versteckten Funktionen machen Spotify von einem simplen Streaming-Dienst zu einem ernstzunehmenden Audio-Player für Musikliebhaber. Der technische Aufwand hält sich in Grenzen, aber die klangliche Verbesserung ist erheblich. Probier es aus – deine Ohren werden es dir danken.
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