Dieser Fehler beim Shorts-Falten ruiniert deine Kleidung für immer und du merkst es nicht einmal

Das Falten und Organisieren von Shorts wirkt auf den ersten Blick trivial. Doch die Art und Weise, wie Kleidung aufbewahrt wird, entscheidet über die Effizienz im Alltag, die Haltbarkeit der Textilien und das visuelle Gleichgewicht eines Wohnraums. Der berühmte Eindruck von „Ordnung schaffen“ beginnt nicht mit neuen Möbeln, sondern mit der richtigen Methode, Stoff zu legen und zu positionieren. Die KonMari-Methode, entwickelt von der japanischen Aufräumexpertin Marie Kondo, ist weit mehr als eine modische Idee – sie basiert auf klaren ergonomischen und praktischen Prinzipien. Beim präzisen Falten von Shorts zeigt sich exemplarisch, wie Struktur und Ästhetik täglich Zeit, Raum und Energie freisetzen können.

Warum falsch gefaltete Shorts mehr Probleme verursachen, als man denkt

In vielen Haushalten werden Shorts einfach gefaltet oder, häufiger, zusammengerollt und in Schubladen gestopft. Der Platzbedarf steigt, die Sichtbarkeit der Kleidung sinkt – und das Chaos wächst unmerklich. Zu eng oder ungleichmäßig gefaltete Textilien erzeugen mechanische Spannung im Stoff. Über Zeit entstehen dauerhafte Falten, die die Fasern schädigen, besonders bei Baumwoll- und Leinenmischungen. Polyester zeigt andere Symptome: Es neigt weniger zu Knitterbildung, verliert aber bei dauerhaftem Druck Form und Elastizität.

Hinzu kommt der psychologische Faktor. Visuelle Unordnung – auch innerhalb einer geschlossenen Schublade – kann die kognitive Belastung erhöhen. Das Gehirn interpretiert Unordnung als offene Aufgabe. Wer morgens seine Kleidung schneller findet, startet mit niedrigerem Stresslevel. Eine geordnete Schublade ist also kein ästhetischer Luxus, sondern eine präventive Maßnahme gegen Alltagsüberlastung.

Die Herausforderung liegt nicht nur im unmittelbaren Chaos. Wenn Shorts unstrukturiert gelagert werden, entsteht ein Kreislauf aus Suchen, Umschichten und erneutem Durcheinanderbringen. Jeder Griff in die Schublade verschiebt die Position mehrerer Teile. Was heute noch halbwegs sortiert erscheint, verwandelt sich innerhalb weniger Tage in ein unübersichtliches Durcheinander. Diese ständige Bewegung belastet nicht nur die Textilien selbst, sondern auch die mentale Klarheit derjenigen, die täglich mit diesem System konfrontiert sind.

Besonders problematisch wird es in Haushalten mit begrenztem Stauraum. Wenn jede Schublade bis zum Rand gefüllt ist und keine klare Struktur erkennbar bleibt, verliert man nicht nur den Überblick über vorhandene Kleidungsstücke – man vergisst regelrecht, was man besitzt. Shorts bleiben ungetragen am Boden der Schublade liegen, während man immer wieder dieselben wenigen Teile hervorholt, weil sie obenauf liegen und greifbar sind. Das führt zu ungleichmäßiger Abnutzung und letztlich zu unnötigen Neuanschaffungen.

Die Logik der KonMari-Methode beim Falten von Shorts

Die KonMari-Technik, wie Marie Kondo sie beschreibt, verfolgt ein Ziel: Kleidung so aufzubewahren, dass jedes Stück aufrecht steht und sichtbar bleibt. Die Methode beruht auf drei Kernprinzipien – Balance, Gleichgewicht und Klarheit. Diese lassen sich exakt auf Shorts übertragen, egal ob aus Denim, Jersey oder Funktionsstoff.

Lege die Shorts flach auf eine ebene Fläche. Glätte die Oberfläche mit den Händen, um Lufttaschen und Falten zu entfernen – das reduziert das spätere Volumen deutlich. Bringe dann die Kanten zueinander: Das rechte Hosenbein über das linke legen, sodass beide Nähte übereinanderliegen. Eine kleine Symmetrieabweichung reicht aus, um Volumen aufzubauen, das sich in der Schublade summiert.

Die Shorts werden nicht gerollt, wie man es von Reiseorganisation kennt. Stattdessen formt man ein kompaktes Rechteck, das aufrecht stehen kann, ähnlich einem Buchrücken. Das ist der eigentliche Clou: Aufrechte Kleidung nutzt die Tiefe der Schublade statt nur die Fläche. Falte das gefaltete Rechteck noch einmal in Drittel, wobei die obere Kante leicht überlappt. Die Shorts sollen sich stabil anfühlen, aber nicht gequetscht sein. Je dicker das Material, desto weniger Faltungen sind nötig.

Ordne die gefalteten Shorts vertikal, mit der Öffnung nach oben. Farbton und Material sollten schrittweise verlaufen – helle Stoffe zu dunklen, Baumwolle zu Synthetik. Diese visuelle Abstufung hilft, das passende Stück intuitiv zu greifen. Die vertikale Anordnung sorgt dafür, dass alle Kleidungsstücke auf einen Blick erfasst werden können, ohne dass man einzelne Teile bewegen oder umschichten muss.

Physikalische und ergonomische Prinzipien hinter dem Falten

Die Effizienz der Methode erklärt sich nicht nur durch Ordnung, sondern durch einfache Physik. Kleidung folgt denselben Regeln wie flexibles Material unter Druck. Beim Lagern horizontal gestapelter Shorts entsteht an der Basis die größte Kompression. Nach einigen Monaten verformen sich die unteren Schichten – ein Grund, warum ein Lieblingsstück oft „ausgeleiert“ wirkt, obwohl es selten getragen wurde.

Vertikale Lagerung nach der KonMari-Methode reduziert diesen Druck. Das Eigengewicht verteilt sich auf die Fläche, nicht auf die Stapelhöhe. Die Fasern regenerieren dadurch schneller nach der Wäsche und behalten ihre ursprüngliche Form länger bei. Auch die Zugänglichkeit ist ein ergonomisches Argument. Beim horizontalen Stapeln muss man greifen, ziehen und oft ganze Lagen bewegen, um an ein Teil zu gelangen. Jede Bewegung erzeugt Reibung – nicht nur im Stoff, auch im Benutzer. Diese kleinen Widerstände summieren sich im Alltag zu spürbaren Hemmnissen.

Ein weiterer Vorteil der vertikalen Lagerung liegt in der Belüftung. Wenn Kleidungsstücke aufrecht stehen statt übereinander gestapelt zu sein, zirkuliert die Luft besser zwischen den einzelnen Teilen. Das verhindert Feuchtigkeitsstau und reduziert die Bildung unangenehmer Gerüche – besonders wichtig bei Shorts, die häufig im Sommer getragen werden und direkten Hautkontakt haben.

Die ergonomische Dimension zeigt sich auch in der Bewegungsökonomie. Wenn man morgens vor einer vertikal organisierten Schublade steht, benötigt man nur eine einzige, gezielte Handbewegung, um das gewünschte Kleidungsstück zu entnehmen. Bei horizontal gestapelter Kleidung hingegen sind mehrere Schritte nötig: Erkennen, wo sich das gewünschte Teil befindet, die darüberliegenden Stücke anheben oder zur Seite schieben, das Teil herausziehen und anschließend alles wieder ordnen. Diese zusätzlichen Handgriffe kosten nicht nur Zeit, sondern auch mentale Energie.

Wie Material und Saison die Faltstrategie verändern

Nicht alle Shorts verlangen die gleiche Behandlung. Das Material bestimmt, wie präzise gefaltet werden darf und welche Lagerkonditionen am besten wirken. Baumwolle ist robust, aber anfällig für Druckfalten – am besten locker falten, keinen zu engen Winkel bilden. Leinen ist stark hygroskopisch und sollte in trockenen, luftigen Schubladen lagern, während die Faltlinien regelmäßig gewechselt werden. Denim ist formstabil und ideal für die volle KonMari-Faltung, bei zu straffer Rollung können jedoch helle Abriebstreifen entstehen. Synthetische Funktionsstoffe mit ihrer glatten Oberfläche sollten rutschfest gefaltet werden – eine Zwischenlage aus Papier kann das Verrutschen verhindern.

Saisonale Unterschiede spielen ebenfalls eine Rolle. Sommer-Shorts werden oft aus leichteren Stoffen gefertigt, die sich leichter stapeln lassen, während Winter- oder Trainingsshorts aus dickeren Materialien mehr Raum beanspruchen. Die Lösung liegt nicht darin, sich mehr Platz zu verschaffen, sondern den Rhythmus des Kleiderwechsels zu institutionalisieren. Wer zweimal im Jahr eine gezielte Rotation vornimmt – Frühling/Sommer und Herbst/Winter –, nutzt den Platz doppelt: Die nicht saisonalen Shorts können in Textilboxen außerhalb der Schublade gelagert werden, wodurch der tägliche Zugriff beschleunigt wird.

Die Materialkenntnis spielt auch bei der Entscheidung eine Rolle, welche Shorts überhaupt behalten werden sollen. Marie Kondos Ansatz betont die Bedeutung davon, nur Dinge zu bewahren, die Freude bereiten. Bei Shorts bedeutet das: Welche Teile werden tatsächlich regelmäßig getragen? Welche liegen seit Monaten unberührt in der Schublade? Diese bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Besitz führt oft dazu, dass man sich von Kleidungsstücken trennt, die man zwar besitzt, aber nie trägt – sei es, weil sie unbequem sind, nicht mehr passen oder einfach nicht zum persönlichen Stil gehören.

Die unsichtbare Wirkung von Ordnung auf Textillebensdauer

Unordnung verlängert die Reibungskontakte zwischen Stoffen. Jeder Griff, jede Suchbewegung verursacht kleine Scheuerstellen, die Fasern ausdünnen. Geordnete Lagerung ist daher ein Beitrag zur Textilpflege. Kleidung, die seltener umgeschichtet wird, behält ihre Form tendenziell länger. Die KonMari-Methode begünstigt genau diesen Effekt: Das Kleidungsstück ruht in stabiler Form und wird nur bewegt, wenn es getragen wird. Das spart Waschzyklen und Energie.

Gerade bei Shorts, die eng an der Haut getragen werden und oft Schweiß aufnehmen, ergibt sich eine interessante Nebenwirkung: Durch das faltenbedingte automatische Lüften der Stoffoberfläche – wenn die Stücke nicht zu eng aneinanderliegen – reduziert sich die mikrobiologische Feuchtigkeitsbelastung. Praktisch bedeutet das: Weniger Gerüche, geringere Waschhäufigkeit, längere Faserkohärenz.

Ein weiterer Aspekt der Textilpflege liegt in der Vermeidung von Kontakt mit schädlichen Umweltfaktoren. Wenn Shorts ordentlich gefaltet und geschützt in Schubladen liegen, sind sie weniger Staub, Licht und Temperaturschwankungen ausgesetzt als wenn sie offen im Raum hängen oder ungeschützt gestapelt werden. Besonders empfindliche Materialien wie gefärbte Baumwolle oder elastische Mischgewebe profitieren von dieser geschützten Lagerung.

Die Lebensdauer von Kleidung hängt maßgeblich davon ab, wie oft sie gewaschen wird. Jeder Waschgang strapaziert die Fasern durch mechanische Beanspruchung, Waschmittel und Temperatureinwirkung. Wer seine Shorts so lagert, dass sie gut belüftet sind und nicht unnötig oft bewegt werden müssen, kann die Anzahl der Waschgänge reduzieren, ohne Kompromisse bei der Hygiene einzugehen. Das schont nicht nur die Kleidung selbst, sondern auch Ressourcen wie Wasser und Energie.

Erweiterte Ordnung durch Kategorisierung und visuelle Kohärenz

Ein häufiges Missverständnis der KonMari-Methode ist ihre Reduktion aufs reine Falten. Tatsächlich spielt die visuelle Organisation eine entscheidende Rolle. Shorts sollten nicht rein nach Farbe oder Typ sortiert werden, sondern nach Nutzungsverhalten. Eine effektive Kategorisierung verbessert die Wahrnehmung der Garderobe deutlich.

  • Alltagsstücke: neutral, pflegeleicht, mittlere Stoffdichte – am zugänglichsten platziert, in mittlerer Schubladenhöhe
  • Sport- und Freizeit-Shorts: oft synthetisch, für schnelle Handhabung konzipiert – in Nähe zur Tür oder zum Wäschekorb
  • Besondere Anlässe: empfindliche Stoffe, formstabile Aufbewahrung, eventuell in Stoffbeuteln zum Schutz

Diese Systematik, wie sie in der KonMari-Methode empfohlen wird, verbessert die Wahrnehmung der Garderobe. In Haushalten, in denen Kleidung sichtbar geordnet ist, berichten Personen von einem erhöhten Stabilitätsgefühl und geringerer Entscheidungserschöpfung. Ordnung wirkt damit indirekt auf Tagesstruktur und mentale Klarheit.

Die visuelle Kohärenz hat auch eine ästhetische Dimension. Wenn man eine Schublade öffnet und eine klar strukturierte, farblich abgestimmte Anordnung sieht, erzeugt das ein Gefühl von Kontrolle und Zufriedenheit. Dieser scheinbar kleine psychologische Effekt kann sich auf die gesamte Morgenroutine auswirken: Statt mit Frustration über Unordnung in den Tag zu starten, beginnt man mit einem positiven visuellen Eindruck.

Die Kategorisierung nach Nutzungsverhalten hat noch einen weiteren Vorteil: Sie macht sichtbar, welche Kleidungsstücke tatsächlich genutzt werden und welche nur Platz wegnehmen. Wenn bestimmte Shorts immer ganz hinten in der Schublade bleiben und nie nach vorne wandern, ist das ein klares Signal, dass sie womöglich nicht mehr gebraucht werden. Diese Erkenntnisse erleichtern zukünftige Aussortierungsrunden und verhindern, dass sich unnötiger Ballast ansammelt.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung: Zubehör und Umfeld

Manchmal liegt das Geheimnis nachhaltiger Ordnung nicht in der Methode, sondern in der Optimierung der Umgebung. Wer Schubladen trennt, verändert sein Denken über Raum. Kunststoff- oder Bambusteiler helfen, die gefalteten Shorts aufrecht zu halten, ohne dass sie sich nach einigen Tagen neigen. Wichtig ist, Oberflächen mit einer leicht rauen Struktur zu wählen, da glatte Kunststoffe zur Bewegung der Textilien führen.

Feuchteabsorbierende Säckchen verhindern muffige Gerüche bei dicht gepackten Stoffen. Für genähte oder Vintage-Shorts ist ein pH-neutrales Seidenpapier empfehlenswert – es stabilisiert den Stoff und verhindert Farbüberschüsse durch Reibung. Auch Licht spielt eine Rolle: UV-Einstrahlung beschleunigt die Alterung von Fasern, daher sollten Schubladen nicht direkt am Fenster stehen oder lichtdurchlässige Fronten mit UV-Folie versehen werden.

Die Auswahl des richtigen Zubehörs kann den Unterschied zwischen einem System, das langfristig funktioniert, und einem, das nach kurzer Zeit wieder zusammenbricht, ausmachen. Schubladenteiler sind dabei besonders wichtig: Sie verhindern, dass die vertikal aufgestellten Shorts nach und nach umkippen und wieder durcheinander geraten. Ohne diese Stützen verliert die KonMari-Methode nach einigen Tagen ihre Wirkung, weil die Kleidungsstücke ihre aufrechte Position nicht halten können.

Neben festen Teilern können auch flexible Organizer hilfreich sein, die sich an unterschiedliche Schubladeninnenmaße anpassen lassen. Besonders in Mietwohnungen, wo die Möblierung oft nicht selbst gewählt wurde, ermöglichen solche anpassbaren Lösungen eine maßgeschneiderte Organisation ohne bauliche Veränderungen.

Der tiefere Nutzen einer gefalteten Struktur

Beim Falten von Shorts entsteht eine Form von stiller Präzision. Es ist kein Selbstzweck, sondern eine Übung in mikrostruktureller Kontrolle – ein Begriff, der im Designmanagement verwendet wird, um die Beziehung zwischen kleinen Variationen und globalem Ergebnis zu beschreiben. Ein Haushalt spiegelt solche Mikrostrukturen wider: Was auf der Ebene einer gefalteten Stoffkante geschieht, setzt sich in der räumlichen Organisation fort.

Diese Haltung bewirkt spürbare Effizienz. Personen, die konsequent nach dem von Marie Kondo beschriebenen Prinzip falten, berichten nicht nur von mehr Platz, sondern auch von reduzierter Entscheidungszeit. Das bedeutet: weniger Friktion im Alltag, mehr Kohärenz zwischen Handlung und Umgebung.

Die wiederholte Ausführung einer strukturierten Tätigkeit wie des Faltens nach einer klaren Methode hat auch einen meditativen Aspekt. In einer Welt voller Hektik und ständiger Ablenkung bietet diese einfache, repetitive Handlung einen Moment der Konzentration und Achtsamkeit. Man fokussiert sich auf die unmittelbare Aufgabe, auf die Bewegung der Hände, auf die Beschaffenheit des Stoffes – und schafft damit einen kleinen Ruhepunkt im Alltag.

Dieser psychologische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Viele Menschen berichten, dass sie das Falten von Kleidung nach der KonMari-Methode als entspannend empfinden, ähnlich wie andere Formen achtsamer Tätigkeiten. Die klare Struktur und das sichtbare Ergebnis – eine geordnete Schublade – geben ein Gefühl von Kontrolle und Erfüllung, das in anderen Lebensbereichen oft fehlt.

Praktische Anwendung im Familienhaushalt

In Haushalten mit mehreren Personen multiplizieren sich kleine Unordnungen exponentiell. Ein wirksamer Ansatz besteht darin, die gleiche Faltlogik für alle Mitglieder zu übernehmen, aber mit individuellen Signalfarben für Fächer oder Boxen. Das reduziert falsch sortierte Kleidungsstücke und vereinfacht gemeinsame Wäschezyklen.

Kinder können bereits ab einem Alter von sechs Jahren Shorts nach dem von Marie Kondo beschriebenen Prinzip falten. Der Schlüssel liegt in der Körpergröße: Arbeitsflächen auf Ellbogenhöhe ermöglichen präzises Glätten und gleichmäßigen Druck. Durch Wiederholung entsteht motorische Kompetenz, die langfristig auch in anderen Lebensbereichen einen Sinn für Struktur fördert.

Ein zusätzlicher Vorteil: Wenn Kinder ihre Kleidung aufrecht in der Schublade sehen, entwickeln sie ein visuelles Verhältnis zu Besitz und Nutzung. Das reduziert impulsive Wünsche und fördert Verantwortungsbewusstsein für Konsum. Die Einbindung der gesamten Familie in das Ordnungssystem hat noch einen weiteren Effekt: Sie schafft gemeinsame Standards und reduziert Konflikte über Haushaltsführung. Wenn alle nach denselben Prinzipien falten und aufbewahren, entfällt die Diskussion darüber, was „ordentlich genug“ ist.

Für Familien mit kleinen Kindern empfiehlt es sich, mit einer einzelnen Schublade oder einem Fach zu beginnen und das System schrittweise auszuweiten. Der plötzliche Versuch, den gesamten Haushalt auf einmal umzuorganisieren, führt oft zu Überforderung und Ablehnung. Ein gradueller Ansatz hingegen ermöglicht es allen Beteiligten, sich an die neue Ordnung zu gewöhnen und ihre Vorteile zu erkennen, bevor weitere Bereiche angegangen werden.

Von der Methode zur Gewohnheit

Das System funktioniert nicht, weil es rigide ist, sondern weil es flexibel bleibt. Einige Materialien widerstehen der idealen Faltstruktur – etwa Seide oder stark elastische Kunstfasern. In diesen Fällen ist ein sanftes Rollen mit Zwischenlage die bessere Wahl. Die KonMari-Methode ist kein Dogma, sondern ein Rahmen für Effizienz, der sich organisch anpasst.

Fehler, wie ungleichmäßige Kanten oder übermäßiges Drücken, sind keine Rückschritte, sondern Hinweise auf zu viel oder zu wenig Materialspannung. Der Prozess wird über Wochen automatisch präziser. Nach etwa 20 bis 30 Anwendungen entwickelt sich eine intuitive Routine, bei der das Falten nur noch wenige Sekunden dauert.

Ordnung entsteht also nicht durch Kontrolle, sondern durch Wiederholung. Shorts sind ein ideales Trainingsfeld, weil ihre kompakte Form eine unmittelbare Rückmeldung gibt: Eine gut gefaltete Hose bleibt aufrecht stehen, ohne dass man sie stützen muss. Genau dieses physische Gleichgewicht spiegelt den zentralen Gedanken der Methode wider.

Die Akzeptanz von Unvollkommenheit ist dabei entscheidend. Nicht jede Shorts wird perfekt gefaltet sein, nicht jede Schublade wird immer makellos aussehen. Das Ziel ist nicht absolute Perfektion, sondern eine deutliche Verbesserung gegenüber dem vorherigen Zustand. Wer sich von dem Anspruch löst, alles zu hundert Prozent korrekt machen zu müssen, wird das System langfristig eher beibehalten als jemand, der bei kleinen Abweichungen frustriert aufgibt.

Es hilft auch, sich bewusst zu machen, dass Ordnung ein dynamischer Zustand ist, kein statischer. Eine Schublade, die heute perfekt organisiert ist, wird nach einer Woche Nutzung zwangsläufig etwas weniger ordentlich aussehen. Das ist normal und kein Zeichen für Versagen. Wichtig ist, regelmäßig – etwa einmal wöchentlich oder monatlich – eine kurze Aufräumsession einzuplanen, bei der alles wieder in seinen ursprünglichen Zustand gebracht wird.

Ein Raum, der atmet

Wenn jede Schublade sauber strukturiert ist, verändert sich die Wahrnehmung des gesamten Wohnraums. Der Blick bleibt nicht mehr an Unruhepunkten hängen; der Raum wirkt kohärenter. Eine glatte, geordnete Fläche lenkt weniger Aufmerksamkeit auf sich, was die visuelle Ruhe verstärkt. So wird das Falten von Shorts, scheinbar ein Detail, zu einem Beitrag zur Raumhygiene. Das Zuhause „atmet“ leichter, weil jede Komponente ihre definierte Position hat.

Die praktische Folge: weniger Zeit mit Suchen, weniger Frust, mehr Nachhaltigkeit in der Nutzung vorhandener Ressourcen. Eine disziplinierte Falttechnik spart langfristig nicht nur Platz, sondern auch Energie – physisch, emotional und ökologisch.

Die Verbindung zwischen kleinteiliger Ordnung und dem Gesamteindruck eines Raumes ist subtil, aber wirkungsvoll. Auch wenn Besucher die Innenseiten von Schubladen nicht sehen, spürt der Bewohner selbst den Unterschied. Das Wissen, dass hinter geschlossenen Türen und Fronten Ordnung herrscht, erzeugt ein Grundgefühl von Kontrolle und Kompetenz. Man fühlt sich weniger getrieben von äußeren Umständen und mehr als aktiver Gestalter der eigenen Umgebung.

Dieser psychologische Effekt strahlt auf andere Lebensbereiche aus. Menschen, die in einem Bereich ihres Lebens – wie der Kleidungsorganisation – konsequent Ordnung halten, tendieren dazu, diese Haltung auch in anderen Bereichen anzuwenden. Die Fähigkeit, Strukturen zu schaffen und beizubehalten, wird zu einer übertragbaren Kompetenz, die sich positiv auf Arbeitsorganisation, Zeitmanagement und zwischenmenschliche Beziehungen auswirken kann.

Das Falten von Shorts nach der KonMari-Methode ist daher weder Mode noch Ritual. Es ist angewandte Effizienz in Stoff. Wer einmal erlebt hat, wie eine Schublade voller kompakter, aufrechter Rechtecke aussieht – klar, ruhig, zugänglich –, versteht, dass Ordnung keine Nebensache ist. Sie ist ein funktionales Designprinzip, das den Alltag strukturiert.

Die von Marie Kondo entwickelte Methode verwandelt Kleidung von passiv gelagertem Material in eine organisierte Sammlung mit narrativer Klarheit – jedes Stück sichtbar, leicht erreichbar und langfristig gepflegt. Aus einem unscheinbaren Handgriff entsteht eine stille, produktive Routine, die den Raum definiert, anstatt von ihm definiert zu werden.

Die langfristige Wirkung zeigt sich nicht in spektakulären Veränderungen, sondern in der stillen Zuverlässigkeit eines Systems, das funktioniert. Tag für Tag, Woche für Woche bewährt sich die Struktur. Man muss nicht mehr darüber nachdenken, wo etwas ist oder wie man es findet. Die Ordnung wird zur selbstverständlichen Grundlage, auf der sich der Rest des Alltags aufbaut. Und genau darin liegt ihr wahrer Wert: nicht im Moment der Implementierung, sondern in den unzähligen kleinen Erleichterungen, die sie über Monate und Jahre hinweg schafft.

Wie organisierst du deine Shorts in der Schublade?
Horizontal gestapelt
Vertikal nach KonMari
Einfach reingestopft
Zusammengerollt
Hängend im Schrank

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